Mathilde Ade
1877 - 1953

Meggendorfer Blätter
Titelblatt “Die neue Köchin”
von Mathilde Ade, Bd.73, Heft 3, Nr. 903,
München 15. April, 1908                
         

Lit:: Ausstkat. Berührungen - Hommage a` Alfred Kubin,
S.44 - 45, Abb.; Neuburg. 2006

Ade-Köchin-0102

„Die neue Köchin“
Tusch-Feder- und Kreide-Zeichnung. 1908, ca. 45/34,5cm, signiert; mit Deckweißkorrekturen. Erschienen in Meggendorfer Blätter, Bd.73,Heft 3, Nr.903, S.25 in Farbe
Provenienz: Sammlung Siering, Bendestorf            
Text:„Warum hat denn eure Köchin während der Arbeit ihren Hut auf?“ – „Sie ist heute bei uns eingetreten und weiß noch nicht, ob sie bleiben wird.“


Exlibris des Rechtsanwaltes Dr. M.A. Heberle
.

Das Blatt zeigt einen Rechtsanwalt, der vor einem Femegericht einen schwarzen Raben in einen weißen zu wandeln vermag und diesem zudem zu einem Heiligenschein verhilft.                              
Zweifarbiger Buchdruck, im Druck signiert.(vor 1913), 23/87 mm
Lit.: I.Kern, E.Schutt-Kehm, E.Selle, Die Exlibriskünstlerin Mathilde AdeWiesbaden, 1991, Kat
.Nr. 108

Exlibris für Johannes und Lucy Meyer

Klischedruck, o.J.  145/107 mm     €
Lit.: I.Kern, E.Schutt-Kehm, E.Selle, Die Exlibriskünstlerin Mathilde AdeWiesbaden, 1991, Kat.Nr. 189


Mathilde Ade
1877 - 1953

 

  Bereits mit 17 Jahren, 1894, wurde Mathilde Ade Mitarbeiterin der Meggendorfer Blätter, für die sie über 600 Illustrationen lieferte. Mitunter wurde sie
   sogar für Titelillustrationen betraut. Auch für andere Zeitschriften lieferte sie Beiträge,  neben den Fliegenden Blättern sind vor allem die Heimatglocken, die
   Beilage der Passauer Donauzeitung, zu erwähnen.
   Daneben widmete sie sich auch schriftstellerischer Tätigkeit. Zuerst entstanden Witze und Reime für die Meggendorfer Blätter, später Texte zu ihren
   eigenen Bilderbüchern. Mehrere Auflagen erfuhr das 1902 erschienene „Über-Kinder-Bilderbuch“, in dem sie den Kinderkult der Jahrhundertwende
    karikierte.
    In dieser Zeit entstanden auch ihre ersten Exlibris, über 300 sollten in den nächsten Jahren folgen.
    Der 1. Weltkrieg brachte für die Künstlerin viele Veränderungen. Sie arbeitete nicht mehr bei den Meggendorfer Blättern,  gebrauchsgraphische Arbeiten
    fanden kaum Auftragsgeber und auch der allgemeinen künstlerischen Entwicklung konnte oder wollte Mathilde Ade nicht folgen.
    
    1921 zog sie nach Passau, wo Schwester Brunhilde und Ihr Schwager Max Hebele wohnten.

    Hier fand sie auch ein neues künstlerisches Medium, die Glasmalerei. Die neue Heimat, ein neues Betätigungsfeld, der Umgang mit interessanten
    Persönlichkeiten im Hause ihres Schwagers, ließen Mathilde aufblühen.  Die am 27. Februar 1921 geschlossene Verlobung mit dem Rechtsanwalt Robert
    Hanf, wurde im September des selben Jahres jedoch wieder aufgelöst. Zu unterschiedlich waren die Charaktere der beiden Personen. Die 44 jährige,
    146 cm kleine Mathilde, sah wohl in einer festen Bindung ihre emanzipierte, exzentrische und extravagante Lebensweise eingeengt.

    Nach  dem Tod ihres Schwagers 1928 zog sie mit ihrer Schwester nach Dachau. Das fortschreitende Nachlassen ihrer Sehkraft führte dazu, dass sie sich
    mehr dichterischen Arbeiten zuwandte und die Dachauer Heimatzeitung mit Beiträgen beschickte. Obwohl sie unter Geldknappheit litt, war sie stets eine
    freizügige Gastgeberin.

    Im Krieg und die Jahre danach wurde es um ihre Person immer stiller. Als sie am 7.Juni 1953 in Deutenhofen (Kreis Dachau) verstarb, nahm kaum je-
    mand davon Notiz, dass eine der bedeutendsten Exlibriskünstlerinnen Deutschlands und eine begnadete Illustratorin für immer die Augen geschlossen hat.

 

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